Aktuelle Themen 2017

Chamisso-Preis: Geschichten am Puls der Zeit

Der Schriftsteller Abbas Khider (re.) wurde in München mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis geehrt. Die Jury lobte ihn als "sprachsensiblen Beobachter" der Situation von jungen Flüchtlingen. So hat Khider in seinem aktuellen Roman einen Flüchtling zur Hauptfigur gemacht, der seine zermürbenden Erfahrungen schildert. Die beiden Förderpreise gingen an Barbi Marković und Senthuran Varatharaja.
Robert Bosch Stiftung | März 2017
Die Chamisso-Preisträger bei der Preisverleihung in München
Foto: Markus Kirchgessner
In der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz erhielt Schriftsteller Abbas Khider den mit 15.000 Euro dotierten Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung. Förderpreise in Höhe von je 7.000 Euro gingen an Barbi Marković und Senthuran Varatharajah. In dem von Katty Salié (ZDF aspekte) moderierten Festakt wurden die Preise von Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung, übergeben.
 

Eindrücke der Preisverleihung

Eindrücke der Preisverleihung

Chamisso-Preisverleihung in München
Fotos: Markus Kirchgessner 

Lernen Sie die Preisträger kennen

Abbas Khider erhält den Chamisso-Preis für sein bisheriges Gesamtwerk. In seiner Laudatio hob Schriftsteller Friedrich Christian Delius hervor: "Abbas Khider ist nicht nur, weil er uns mit deutscher Verlogenheit konfrontiert, ein preiswürdiger Autor. Jeder seiner poetisch grundierten Romane ist klug geformt. Er bringt uns zum Lächeln, spielt mit Klischees, lässt uns staunen über die Wunder im Elend."

Barbi Marković wird der Förderpreis für ihr jüngstes Buch "Superheldinnen" verliehen. Laudatorin Wiebke Porombka führte aus: "Barbi Marković - und darin besteht ihre ganz besondere poetische Superheldinnen-Kraft - lässt das Fremdsein und zugleich die Verfasstheit der Gegenwart selbst immer wieder aufblitzen in Bildern, die so unsentimental wie einschneidend sind, so emphatisch wie durchsetzt von schwarzem Humor."
Senthuran Varatharajah wird mit dem Förderpreis für sein Debüt "Vor der Zunahme der Zeichen" geehrt. Literaturkritikerin Meike Fessmann betonte in ihrer Laudatio: "‚Vor der Zunahme der Zeichen‘ hebt das Gespräch über Migration auf eine andere Ebene. Der Roman fordert vom Leser nicht Mitgefühl, sondern Mitdenken. Und er macht uns klar, wie lohnenswert Differenzierungskunst sein kann, auch und gerade in der Literatur."

Jugendliche für Literatur begeistern

"Wir sind sehr stolz und dankbar, dass wir auch in diesem Jahr wieder so großartige Vertreter der deutschen Gegenwartsliteratur mit dem Chamisso-Preis ehren durften", sagt Geschäftsführerin Uta-Micaela Dürig. "In Zukunft werden wir uns auf die Literaturvermittlung an Jugendliche konzentrieren und dazu auch mit den Chamisso-Autoren zusammenarbeiten. Wir sind davon überzeugt, dass wir damit einen wertvollen Beitrag leisten können, der es jungen Menschen in unserem Land ermöglicht, am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilzuhaben." Die Vermittlung von Literatur war schon immer ein Teil des Chamisso-Preises.

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Das Chamisso-Magazin

Erfahren Sie mehr über die diesjährigen Preisträger, die Erfolgsgeschichte des Preises und die weitere Förderung der Robert Bosch Stiftung im aktuellen Chamisso-Magazin.

Der Adelbert-von-Chamisso-Preis

Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung seit 1985 herausragende auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist. Die Preisträger verbindet zudem ein außergewöhnlicher, die deutsche Literatur bereichernder Umgang mit Sprache. 2017 wird er zum 33. und letzten Mal verliehen.