Pressemeldungen 2017
Pressemitteilung

Filmförderpreis für internationale Zusammenarbeit an deutsch-arabische Teams verliehen

  • Robert Bosch Stiftung fördert Produktionen junger Filmemacher in Ägypten, Jordanien und Marokko mit insgesamt 180.000 Euro
  • Preisverleihung im Rahmen von Berlinale Talents

Berlin, 13. Februar - Zum fünften Mal hat die Robert Bosch Stiftung Nachwuchsfilmemacher aus Deutschland und der Arabischen Welt mit dem Filmförderpreis für internationale Zusammenarbeit ausgezeichnet. Drei deutsch-arabische Teams aus jungen Filmschaffenden erhielten einen Förderpreis in Höhe von jeweils bis zu 60.000 Euro. Die Preisverleihung fand im Hebbel am Ufer (HAU1) im Rahmen von Berlinale Talents statt, dem wichtigsten Treffpunkt angehender Filmemacher am Rande der 67. Berliner Filmfestspiele.

In vielen arabischen Ländern braucht es Mut, Filmemacher zu sein. Besonders dann, wenn man Geschichten von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung erzählen will. Geschichten wie die der jungen Aya in einem heruntergekommenen ägyptischen Badeort, die sich gegen die zunehmende Dominanz ihres Freundes behaupten muss. Der deutsch-ägyptische Film The Trap ist Gewinner in der Kategorie Kurzspielfilm und erzählt "eine Geschichte über Schmerz, Verzweiflung, und die Unmöglichkeit, eine vernünftige Lösung zu finden", so die Jury. 

In der Kategorie Animationsfilm geht der Preis an das deutsch-jordanische Projekt Night. Der Film porträtiert eine Mutter, die seit Jahren von Schlaflosigkeit geplagt wird und auf einen Geschichtenerzähler trifft, der mit seinen Worten Schlaflose heilen kann. Die Jury würdigte die wunderschön gezeichnete Animation, die fesselnde, traurige, aber auch befreiende Geschichte über die Last der Hoffnung sowie das engagierte, überzeugende Team, das mehr als nur einen Film hinterlassen möchte.

Ausgezeichnet mit dem Filmförderpreis in der Kategorie Dokumentarfilm wird das gemeinsam von marokkanischen und deutschen Filmemachern entwickelte Projekt Behind Closed Doors. Schauplatz der Dokumentation über Cannabis- Anbau ist ein kleines abgelegenes Dorf in einer ländlichen Region, ein Film, der durch seine Thematik packt: das tagtägliche Ringen um Stabilität in einer kleinen Gemeinschaft, deren Existenzgrundlage der riskante, nicht legale Cannabis-Anbau ist

Seit 2013 vergibt die Robert Bosch Stiftung im Rahmen von Berlinale Talents den Filmförderpreis für internationale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der arabischen Welt. Der mit insgesamt 180.000 € dotierte Preis ermöglicht Nachwuchsfilmemachern aus den genannten Regionen, gemeinsam Filmideen in den Sparten Dokumentarfilm, Kurzfilm und Animationsfilm zu verwirklichen. Im Wettbewerb standen in diesem Jahr Koproduktionen aus Ägypten, Jordanien, dem Libanon, Marokko, den Palästina, Saudi Arabien, der Republik Sudan und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Über 50 interessierte Filmemacher waren dem Aufruf zu einer Bewerbung für den Filmförderpreis gefolgt. Elf Filmprojekte wurden vorab nominiert. Sie nahmen an diversen Workshops zur Projektentwicklung in Bremerhaven, einem Produzententreff in Dahshur/Ägypten und einem Pitch Forum teil und präsentierten ihre Filmprojekte schließlich vor einer Jury aus internationalen Experten der Film- und Festivalbranche. Am Sonntagabend prämierte die Jury die drei genannten Projekte mit dem Filmförderpreis für internationale Zusammenarbeit.

Die bisherigen Gewinner des Filmförderpreises haben mit ihren Werken diverse internationale Auszeichnungen erhalten. So steht der deutsch-jordanische Dokumentarfilm "Besessen - Possessed by Djinn", ein Preisträger aus dem Jahr 2014, auf der diesjährigen Short-List des Grimme-Preises in der Kategorie "Wettbewerb und Information". In einer subjektiven Spurensuche folgt der Film der wahren Geschichte eines vierjährigen jordanischen Mädchens, das von ihrem Vater in dem Glauben getötet wurde, sie sei von einem Dschinn besessen.

Partner des Filmförderpreises sind Berlinale Talents und bedeutende Filminstitutionen aus den Ländern der Arabischen Liga wie die Royal Film Commission - Jordan, das Dubai International Film Festival und Misr International Films in Kairo sowie die Goethe-Institute der Region. Der Fernsehsender ARTE ist seit diesem Jahr Medienpartner.

Die Preisträger im Überblick:

Night (Animationsfilm)
Regie: Ahmad Saleh (Jordanien),
Produzenten: Jessica Neubauer (Deutschland), Saleh Saleh (Jordanien)

The Trap (Kurzspielfilm)
Regie: Nada Riyadh (Ägypten)
Produzenten: Eva Schellenbeck (Deutschland), Ayman El Amir (Ägypten)

Behind closed doors (Mor L’Bab) (Dokumentarfilm)
Regie: Yakout Elhababi (Marokko)
Produzenten: Karoline Henkel (Deutschland), Hind Saih (Marokko/Frankreich)

Mitglieder der Fachjury sind Vincenzo Bugno, Mitgründer des World Cinema Fund und Berlinale-Delegierter; George David, Geschäftsführer der Royal Film Commission - Jordan; Marianne Khoury, Geschäftsführerin des Misr Film International; Dr. Elke Kaschl Mohni, Regionalleiterin des Goethe-Instituts für die Region Nordafrika/Nahost; Doris Hepp, Filmredakteurin ZDF/Arte; Hania Mroué, Leiterin Metropolis Art Cinema Beirut, Libanon und Alexander Wadouh, Gründer und Geschäftsführer der Chromosom Film GmbH.

Kontakt

Julia Rommel
Telefon 0711 46084-750