Foto: David Ausserhofer
Wissenschaft beim Einkaufsbummel
Sich über die Bestände von heimischen Wildkatzen informieren, eine virtuelle Reise zu den Vulkanen der Erde machen, mit Stickstoff experimentieren oder Nervenzellen durch ein Mikroskop betrachten: Kinder und Jugendliche für Forschung und Wissenschaft zu begeistern, war das Ziel des Festivals junger Forscher am 12. Juni 2009 in Göttingen. Rund um das Rathaus und den Johanniskirchhof stellten wissenschaftliche Einrichtungen Göttingens und Kooperationsprojekte zwischen Schule und Wissenschaft ihre Projekte vor. Zum Start des Festivals bereits am Vormittag lud der Nobelpreisträger Prof. Dr. Manfred Eigen zu einem Rundgang durch die Wissenschaftszelte ein.
Anlass des Festivals war die Auszeichnung Göttingens als erste „Stadt der jungen Forscher“ durch die Körber-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung. Das Preisgeld von insgesamt 65.000 Euro diente zur Organisation des Festivals und der Ausschreibung eines Förderwettbewerbs, um neue Schul-Wissenschafts-Projekte anzustoßen. Oberbürgermeister Wolfgang Meyer und Lutz Stratmann, Minister für Wissenschaft und Kultur im Land Niedersachsen, sowie Dr. Ingrid Wünning Tschol von der Robert Bosch Stiftung eröffneten nach dem Mittag das Bühnenprogramm. Sie stellten die insgesamt acht regionalen Preisträger des Förderwettbewerbs vor, die auf dem Festival jeweils mit einem Stand vertreten waren.
Anlass des Festivals war die Auszeichnung Göttingens als erste „Stadt der jungen Forscher“ durch die Körber-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung. Das Preisgeld von insgesamt 65.000 Euro diente zur Organisation des Festivals und der Ausschreibung eines Förderwettbewerbs, um neue Schul-Wissenschafts-Projekte anzustoßen. Oberbürgermeister Wolfgang Meyer und Lutz Stratmann, Minister für Wissenschaft und Kultur im Land Niedersachsen, sowie Dr. Ingrid Wünning Tschol von der Robert Bosch Stiftung eröffneten nach dem Mittag das Bühnenprogramm. Sie stellten die insgesamt acht regionalen Preisträger des Förderwettbewerbs vor, die auf dem Festival jeweils mit einem Stand vertreten waren.
Foto: David Ausserhofer
Das Projekt „Warum fliegen Flugzeuge?“ der Carl-Friedrich-Gauß-Schule Groß Schneen und dem DLR School Lab präsentierte sich mit verschiedenen Mitmach-Aktionen. Die jungen Besucher lernten, wieso Flugzeuge fliegen, und hatten sogar Gelegenheit, selbst Styroporgleiter zu bauen. Nebenan war eine Experimentiermeile rund um das Thema Lärm zu bestaunen: „Wir machen hier einen Schreiwettbewerb. In unserem Schreikasten wird gemessen, wer den höchsten Schalldruck erreicht. Der Tageshöchstsatz liegt bei 130 Dezibel, ab 120 Dezibel gewinnt man ein Frisbee. Wie man im Hintergrund hört, kommt das sehr gut an bei den Kindern“, so Dominik, Physik-Diplomand der Universität Göttingen und Mitbetreuer des Festivalstands.
„Die Idee, Geigenbögen mit Plasma zu reinigen finde ich besonders interessant, da ich selbst Geige spiele und das Problem kenne, wenn die Bögen nicht richtig auf den Seiten haften“, sagte die 17-jährige Laura, eine Besucherin des Festivals. Das Projekt „Wie beeinflusst Plasma das Klangverhalten von Musikinstrumenten?“ des Otto-Hahn-Gymnasiums und des Laser-Laboratoriums Göttingen untersuchte, wie man mit Hilfe von Plasmatechnologie den Klang von Musikinstrumenten beeinflussen kann. Auch das Projekt „Was schmeckt uns gut?“, eine Kooperation des Hainberg-Gymnasiums Göttingen mit Agrarökonomen der Georg-August-Universität stieß auf großes Interesse: „Am spannendsten fand ich den Geschmackstest, bei dem man drei verschiedene Colasorten am Geschmack erkennen musste“, urteilte die 18-jährige Schülerin Ann-Christin. „Wie entwickelt sich die europäische Wildkatze in Niedersachsen?“, ein Projekt des Gymnasiums Corvinianum Northeim und des Deutschen Primatenzentrums zählte ebenfalls zu den geförderten Kooperationen. Die Schüler hatten die genetische Vielfalt und Population von Wildkatzen erforscht, die in die niedersächsischen Wälder zurückgekehrt sind.
Foto: David Ausserhofer
„Meine beiden Kinder sind sehr wissenschaftsinteressiert und haben schon an diversen Projekten teilgenommen. Das Festival bietet natürlich eine besondere Gelegenheit zu sehen, wie andere Schülerinnen und Schüler Projekte angehen“, berichtete begeistert ein Besucher, der mit seinen beiden Kindern zum Festival gekommen war. Auf Einladung der Stiftungen beteiligten sich auch Schülerinnen und Schüler aus dem Bundesgebiet mit vier Projekten am Festival: Die Initiative „Architektur und Schule“ der Hamburgischen Architektenkammer stellten die Schülerinnen Isabel Sinne-Tobien und Lissa Lüer vor. „Bei unserem Projekt Architektur und Häppchen ging es uns darum, auf kreative Weise die Architektur von Gebäuden mit essbaren Bausteinen nachzubilden.“ Die 19-jährige Mona Becherer vom IFM GEOMAR Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel präsentierte ihre Forschungsarbeit zu den Überlebens- und Entwicklungschancen der ursprünglich in Amerika heimischen Rippenqualle Mnemiopsis leidyi in der Ostsee. Am Stand des Kasseler PhysikClubs und SchülerForschungsZentrums Nordhessen wurde ebenfalls über von Schülern sehr eigenständig organisierte Forschungsprojekte der Physik, Astrophysik, Geophysik, Chemie und Technik gefachsimpelt.
Insgesamt zwölf Wissenschaftszelte galt es zu besuchen. Darunter waren auch zahlreiche Göttinger Einrichtungen vertreten. Wie sieht es in einem Gehirn aus und was sind Nervenzellen? Damit beschäftigten sich unter anderem die Informationszelte der Max-Planck-Institute. „Viele Kinder und ihre Familien haben uns bereits besucht. Auch die Eltern lernen etwas dazu“, beschrieb eine Doktorandin am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. „Wir möchten aufzeigen, was wir am Institut machen und Kinder und Jugendliche motivieren, sich mit Forschung auseinander zu setzen. Wir zeigen Plakate, Bilder und Videos, und die Besucher haben die Möglichkeit, selbst einmal durch ein Mikroskop zu schauen.“
Foto: David Ausserhofer
Die Fakultät für Chemie der Georg-August-Universität Göttingen stellte chemische Experimente vor. „Ich finde es gut, dass sich die Universität an dem Festival beteiligt und dass gerade meine Fakultät auch Versuche vorstellt. Den Schülern die Angst vor dem Chemiestudium zu nehmen ist wichtig“, hob ein interessierter Lehramt-Student mit den Fächern Biologie und Chemie hervor.
Ein vielfältiges Bühnenprogramm begleitete das Festival. Neben Auftritten der Schülertheatergruppe des Felix-Klein-Gymnasiums und der Comedy Company bildete die „Pützmunter-Show“ mit Jean Pütz einen Höhepunkt. Mit naturwissenschaftlichen Experimenten, die er mit viel Wortwitz präsentierte, erklärte der bekannte Wissenschaftsjournalist die Wissenschaft hinter der Wissenschaft. Zum Abschluss des Festivals konnten die Besucher eine Experimentiershow mit Experimenten zu Feuer im Alltag bestaunen.
Ein vielfältiges Bühnenprogramm begleitete das Festival. Neben Auftritten der Schülertheatergruppe des Felix-Klein-Gymnasiums und der Comedy Company bildete die „Pützmunter-Show“ mit Jean Pütz einen Höhepunkt. Mit naturwissenschaftlichen Experimenten, die er mit viel Wortwitz präsentierte, erklärte der bekannte Wissenschaftsjournalist die Wissenschaft hinter der Wissenschaft. Zum Abschluss des Festivals konnten die Besucher eine Experimentiershow mit Experimenten zu Feuer im Alltag bestaunen.